Auf einer der schönsten Pferdesportanlagen, der Olympia-Reitanlage in München-Riem wurde am Wochenende die Bayerische Meisterschaft der Zweispänner ausgetragen. Nach drei Tagen mit Dressur, Gelände- und Hindernisfahren standen die neuen Bayerischen Meister 2015 bei den Zweispännern fest. Neuer Bayerischer Meister bei den Zweispännern Pony ist Katharina Dam. Sie startet für den Reit- und Fahrverein Grafenhaun. Christina Wagner von den Pferdefreunden Leitzachtal belegte den zweiten Platz und dritter wurde Magnus Schelle. Bei den Pferden gewann Kathrin Scheiter vom Reit- und Fahrverein Leidersbach vor der letztjährigen Meisterin Helena Scheiter vom Reit- und Fahrclub Hausen 1975 den bayerischen Meistertitel. Siegfried Wiederer vom RFV Reitsportpark Lindach e.V. belegte den Rang drei.

Als letztes Fahrturner 2015 in Bayern wurde auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem die Bayerische Meisterschaft der Zweispänner ausgetragen. Besonders lag den Organisatoren daran, die gesamte Bandbreite des Fahrsports zu zeigen. Zusätzlich fanden noch Prüfungen der schweren Klasse für Einspänner , Klasse A und Wettbewerbe nach der Wettbewerbsordnung (WBO) statt.
Neben den bayerischen Fahrern waren auch Teilnehmer aus vielen Bundesländern angereist. Besonders sei zu erwähnen die Familie Grundmann vom Reitverein Fredenbeck, aus der Nähe von Hamburg, die nach München angereist war. Für sie stellt das Fahrturnier in München - Riem den Abschluss der Fahrsaison dar. Insbesondere die freundliche Aufnahme, die Schönheit der Anlage und die gute Organisation lassen die 12 stündige Anreise vergessen, so Frau Grundmann.

Bereits am Freitag wurden die Dressuraufgaben der Klasse S gefahren. Bei der bundesweiten Konkurrenz brauchten sich die Teilnehmer aus Bayern nicht zu verstecken. In jeder Dressurprüfung der Klasse S war mindestens ein bayerischer Teilnehmer in den Platzierungen vertreten. Bemerkenswert die Leistung von Kathrin Karosser, die mit mehr als 20 Punkten die Dressur der Einspänner Pony Klasse S gewann.

Der Samstag begann mit der Dressur der Klasse A und dem Hindernisfahren der Klasse A. Trotz des vorhergesagten schlechten Wetters, das auch so eintraf waren 12 Gespanne anwesend. Aber der Höhepunkt des Samstages, das Geländefahren der Klasse S startete um 11.30 pünktlich. Sieben Geländehindernisse waren dabei zu durchfahren. Der Parcourschef Karl Heinz Geiger hatte die vorgeschriebenen Durchfahrten in den Geländehindernissen sehr flüssig gesteckt, aber in neuralgischen Punkten durch geschicktes anordnen die Gefahrenpunkte entschärft. Durch diese Maßnahmen und dem vorbildlichen fahrerischen Können der Fahrer war kein einziger Vorfall zu verzeichnen. So sahen die zahlreichen Zuschauer ein Geländefahren auf sehr hohem Niveau. Insbesondere das neu geschaffenen PBO Umwelt Hindernis beindruckte die Zuschauer und Fahrer. Das Hindernis wurde in Eigenleistung der Fahrer und der freundlichen Unterstützung der Firma PBO Umwelt in den letzten Wochen erstellt. Es ist dem Rolex Hindernis aus Conty in Frankreich nachgebildet und entspricht den neuesten Standards. Bei den Zweispännern Pony und Pferd zeigten sich die bayerischen Fahrer von ihrer besten Seite. Die vier besten Fahrer und damit die gesamte Platzierung belegten die bayerischen Teilnehmer. Bei den Ponys waren drei unter den besten sechs.

Der Sonntag sollte die Entscheidung bringen. Jedoch startete der verregnete Tag mit dem Finale des Nürnberger Burgpokals. Das Finale fand in den letzten Jahren immer im Rahmen von Faszination Pferd statt. Jedoch sind dort heuer die Reiterwettbewerbe so dicht gedrängt, dass für die Fahrer keine Hallenzeit mehr übrig geblieben ist. Schade vor allen für die jungen Fahrer, den für sie war es bis heuer eine Auszeichnung in Nürnberg zu starten und die tolle Kulisse in einer Halle zu erleben und zu genießen. Vielleicht gelingt es dem Veranstalter 2016 die Fahrer wieder nach Nürnberg zu holen. Soll doch auch im Rahmen der Verbrauchermesse Consumenta die breite Palette des Pferdesports gezeigt werden. Pferdesport ist jedoch nicht nur reiten. Der Veranstalter in München-Riem, der BRFV e.V. , der VRFM e.V. und die Bayerische Fahrervereinigung e.V. haben sofort bereitwillig zugestimmt, das Finale im Rahmen der Bayerischen Meisterschaft auszutragen. Insgesamt 8 Jugendliche hatten sich während der Saison qualifiziert. In einer kombinieren Wertung aus Dressur und Hindernisfahren mit Geländehindernissen ging Maike Haunschild als Siegerin hervor. Esther-Marie und Hannah Rietzler belegten Platz zwei und drei.

Aber dann galt es bei den Fahrern in der Klasse S. Der Parcours war sehr schwer, aber für alle gleich. Und somit die ideale Grundlage die Wertigkeit zwischen Dressur, dem Gelände und dem Hindernisfahren auszugleichen. Zählt doch beim Hindernisfahren die selbst verursachten Abwürfe der Bälle und die Zeit für ein Ergebnis im Gegensatz bei der Dressur, wo oftmals der subjektive Eindruck oder der etwas ungünstige Sichtwinkel der Richter die Note beeinträchtigen. Es gab bei der gesamten Klasse nur eine Nullfehler Fahrt. Diese wurde von Niels Grundmann gefahren. Sicherlich hat der Regen dazu beigetragen, dass die Sicht für den einen oder anderen Fahrer beeinträchtigt war, es lag aber nicht am Boden, dass die persönliche Leistungsfähigkeit nicht ganz ausgespielt wurde. Der Rasenplatz war trotzt Dauerregen gut zu befahren und war nach den Wettbewerben keine Schlammwüste wie mancher vor dem Turnier behauptet hat.. Die Siegehrungen wurden durch den Präsidenten des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes e.V. Hans Peter Schmidt und dem Vorsitzenden des Vereins für Reit-und Fahrsport München e.V. Fred Huber durchgeführt. Auch die Sponsoren ließen sich die ehrenvolle Aufgabe nicht nehmen den Siegern und Platzierten die Ehrenpreise zu übergeben.

Als Fazit des Turniers sei anzumerken, dass es ein gelungenes Turnier war. Dies wurde von den Fahrern dem Veranstalter in persönlichen Gesprächen näher gebracht, auch der Weltmeister Patrick Hanisch war voll des Lobes. Er reiste extra an, um als Zuschauer die Anlage zu besichtigen, als Vorbereitung für die im nächsten Jahr stattfindende Deutsche Meisterschaft der Einspänner Pferde und Ponys. Man kann in jeder Suppe ein Haar finden, wenn man lang genug sucht. Es ist auch sicherlich kein Problem konstruktive Kritik an die Organisatoren heranzutragen um zukünftig noch perfekter zu werden. Das Haar in der Suppe wurde auch von den Organisatoren erkannt und wird sicherlich nicht zu einem Pferdeschweif auswachsen bis zur Deutschen Meisterschaft 2016 der Einspänner und Para Fahrer in München- Riem. Nein man muss sagen, was haben die freiwilligen Helfer um das Organisationsteam geleistet, dass das zweite große Fahrturnier nach jahrelanger Abstinenz des Fahrsports auf der Olympia Reitanlage so ein Erfolg geworden ist. Es wurde ein neues Hindernis gebaut, die teileweise 25 Jahre alten Hindernisse überarbeitet, neue Sponsoren gewonnen und vor allen Dingen hat sich bereits jetzt wieder ein Stamm von freiwilligen Helfern gefunden, die den Fahrsport in Riem unterstützen. Schön wäre es, wenn jeder die positive Stimmung nach außen tragen würde und im nächsten Jahr zur Deutschen Meisterschaft der Pferde und Ponys, aber auch der Fahrer mit Behinderung 10 Gäste mitbringt, dann wird der Fahrsport auch in Riem wieder populär sein.